Im Vergleich: Piwik vs. Google Analytics

Piwik vs Google Analytics
Foto: flickr.com, Lizenz CC BY 2.0, von Robert Scoble, Ausschnitt

Schon mal über eine Alternative zu Google Analytics nachgedacht? Eine interessante Gegenüberstellung: Der Herausforderer Piwik gegen die martkdominierende Google-Lösung!

Beim Tracking unserer Internetseiten verwenden wir in der Regel Google Analytics. Dabei übergeben wir alle Informationen über das Verhalten unserer User an Google und bekommen im Tausch ein ausgereiftes, schnelles und leicht verständliches Analyse-Tool. Was wir nicht haben, ist die volle und exklusive Kontrolle über die Daten unserer User! Welche Alternativen gibt es?

Open-Source gegen den großen Konzern

Ist die Open-Source-Lösung Piwik eine echte Alternative? Dieser Vergleich soll als Entscheidungshilfe dienen, ob der Herausforderer für Ihre E-Commerce- oder Unternehmenseite die richtige Wahl ist.

Interface von GA und PIWIK

Abbildung: Benutzeroberflächen von GA und Piwik

Alle Daten auf den eigenen Servern!

Der große Unterschied zwischen den beiden Systemen liegt in der Datenspeicherung. Speichern wir bei der Verwendung von Piwik alles in unseren eigenen Datenbanken, übergeben wir bei GA die Daten an die Google-Server. Es gibt einige Unternehmens-strategische Gründe hierin ein Problem zu sehen. Im Prinzip übergeben wir sensible Unternehmensdaten an einen Dritten, der diese analysieren und für seine eigenen Marketing-strategischen Entscheidungen verwenden kann. Geht Google Kooperationen mit Ihren Konkurrenten ein oder hat diese als Kunden, sollte spätestens abgewägt werden, ob die ausschließliche Speicherung der Roh-Daten auf den eigenen Servern – wie bei Piwik – vielleicht die bessere Alternative ist.

Die Installation…

Beide Systeme sind schnell eingerichtet, muss bei Google Analytics für das Standardtracking im Prinzip nur ein Konto eröffnet und der Tracking-Code auf den entsprechenden Seiten eingepflegt werden, sind bei Piwik ein paar zusätzliche Schritte nötig: Das Piwik-Packet muss heruntergeladen und auf dem Server der zu trackenden Internseite gespeichert werden. Zudem muss eine Anbindung an eine SQL-Datenbank erfolgen, Zugangsdaten sollten also bei der Einrichtung bereit liegen. Dies funktioniert allerdings nur unter Berücksichtigungen der Systemanforderungen.

Welche Infos über User und deren Verhalten bieten die Systeme?

Als Datengrundlage haben beide Systeme, das was der User bzw. deren Browser bei dem Besuch auf Ihrer Seiten an Ihren Servern sendet: Das sind Informationen über Standort, Browser, Betriebssystem sowie die zuvor besuchte Seite. Hinzu kommen Session bezogene Daten, die darstellen, wie sich der User während des Besuchs auf Ihrer Seite verhalten hat. In diesem Bereich steht Piwik Google Analytics in nichts nach.

Google Analytics kann zusätzlich demographische Daten sowie Interessen (Marketing-strategische Information aus dem Drittanbieter Netzwerk DoubleClick) anzeigen. Auf solch eine Ressource kann Piwik nicht zurückgreifen. Allerdings sind diese Information ggf. nicht unverzichtbar. Wo das Alter noch interessante Rückschlüsse zulässt, sind die Interessens-Kategorien wie “Technophiles” oder “Movie Lovers”, die Google anbietet, eher schwammig und können nicht ohne weiteres interpretiert werden.

Anreicherung der Infos…

Beide Systeme bieten die Möglichkeit ein E-Commerce-Tracking ohne großen Aufwand einzurichten, dass eine Produkt-Detail-Analyse zulässt. Auch Ereignisse, die Aktionen des Users tracken, ohne dass eine Seite neugeladen wird, können in beiden Systemen problemlos eingerichtet werden.

Die Benutzeroberfläche

Im Bereich der Benutzeroberfläche bieten beide Systeme umfangreiche Möglichkeiten, Daten darzustellen oder zu vergleichen. Hier hat Google Analytics die Nase allerdings leicht vorn. GA ist in der Bedienung ausgereifter und verfügt über komfortablere Darstellungsmöglichkeiten. Beispielsweise können bei Google Analytics zwei Zeiträume direkt mit einander verglichen werden, so dass deren Graphen in den Reports übereinander gelegt werden. So können Veränderungen schnell festgestellt werden.

In vielen Bereichen sind beide Systeme aber schon auf dem gleichen Stand, wie das Einrichten von individuellen Dashboards, Echtzeitreports oder Ereignisbenachrichtigungen.

Ist Piwik also eine echte Alternative?

Abschließend lässt sich also sagen, dass Piwik absolut als Alternative empfohlen werden kann. Nicht umsonst ist Piwik in Deutschland nach Google Analytics das meist verwendete Webanalyse-Werkzeug. Der Verzicht auf demographische Merkmale und Interessen wird sich in vielen Fällen verschmerzen lassen. Dafür müssen Sie die Tracking-Daten Ihrer User mit niemandem teilen. Beispielsweise würde Piwik auch ein gutes Backup-System neben der Premium-Lösung darstellen.

vom 22. Februar 2015

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Autor

Veit Wallasch

Diplom Soziologe und Account Manager für Web-Development, e-Commerce und Webanalyse

Wir nutzen tw. bei Kunden beide Systeme wenn es der Kunde verlangt.
Bei eigenen Projekten nur Piwik.
Sind sehr zufrieden und können uns soweit nicht beklagen die 2 angesprochenen Optionen (demographische Merkmale und Interessen) kann man verschmerzen.
Seit neuesten gibt es auch ein ClickHeat Plugin im Piwikstore. Es muss zwar noch reifen aber ist super Feature. Zwar hat GA es auch aber viele haben genau das ja immer vermisst.
Super Artikel!


Ich nutze Piwik da es auf meinen Servern läuft, die Unterschiede sind ja nicht zu groß.


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